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04.12.2023

BNN: Rüppurrer Traditionsbad steht vor dem Aus

BNN Karlsruhe, Donnerstag, 29. November 2023, Seite 25


 

Zu hohe Kosten: Der PSK-Sportverein kann den Betrieb des Oberwaldbads nicht mehr alleine stemmen
Von BNN Mitarbeiter Ekart Kinkel

Karlsruhe. Ganze Generationen von Rüppurrer Kindern haben im Oberwaldbad schwimmen gelernt. Doch nun droht dem Hallenbad des Vereins Wohnstift Karlsruhe das Aus.

Der Sportverein Post Südstadt Karlsruhe (PSK) hat den Pachtvertrag mit dem Wohnstift gekündigt. Am 31. Juli 2024 gehen im Oberwald aller Voraussicht nach die Lichter aus. „Zumindest ist noch kein neuer Betreiber in Sicht“, sagt PSK-Geschäftsführer Felix Banz im Gespräch mit der Redaktion.

Gründe für den Rückzug sind die ständig steigenden Kosten für den Betrieb des Bades. „Energie wird immer teurer“, sagt Banz. Aber auch die Instandhaltung des Bades könne der Sportverein nicht länger alleine stellen. Die Auslastung sei aber auf keinen Fall ein Grund für die Entscheidung.

„Der Bedarf ist immens“, betont Banz. Schwimmkurse im Oberwaldbad seien ausnahmslos und frühzeitig ausgebucht, fast alle jüngeren PSK-Mitglieder absolvierten dort ihr Seepferdchen und für die älteren Badbesucher gebe es schonende Wassergymnastik und Angebote der Rheumaliga.

Das Oberwaldbad wurde 1971 gemeinsam mit der Residenz Rüppurr eröffnet und zunächst vom Wohnstift in Eigenregie bewirtschaftet. Nach wenigen Jahren drohte dem Bad bereits das Aus und nur dank der Initiative des damaligen Postsportvereins konnte es gerettet werden. Seit dem 14. April 1980 ist der heutige PSK für den Kurs- und Badbetrieb verantwortlich. Bekommt der Verein keine Unterstützung, droht dem Traditionsbad nach rund fünf Jahrzehnten das Aus.

In der Residenz Rüppurr leben derzeit rund 350 Menschen, betreutes Wohnen gibt es dort ebenso wie stationäre Pflege. Den Betrieb des Oberwaldbads zu übernehmen, kommt für den Verein Wohnstift definitiv nicht infrage, sagt Geschäftsführer Wolfgang Pflüger. „Wir sind Träger der Altenhilfe. Für das Bad haben wir weder die personellen Ressourcen noch das technische Know-how.“

Den städtischen Zuschuss von jährlich knapp 100.000 Euro für Betrieb und Instandhaltung leitet der Wohnstift direkt an den PSK weiter. „Aber ohne Energiepreisbremse kann man das kaum mehr leisten“, sagt Pflüger. Außerdem müssten in den kommenden zehn Jahren etwa 500.000 Euro für die Sanierung des Bades investiert werden. „Das Bad ist in einem relativ guten Zustand“, betont Pflüger. Und dank des Hub-Bodens sei es eines der wenigen Bäder, in denen auch Nichtschwimmer üben könnten.

Für Banz und Pflüger liegt der Ball nun aufseiten der Stadtverwaltung. „Bislang hat es uns an Unterstützung gefehlt“, sagt der PSK-Chef. Weil Gespräche mit dem Bäderdezernat immer wieder im Sande verliefen, habe man bewusst die Flucht nach vorn gewagt und die Reißleine gezogen. „Nun ist die kommunale Verwaltung am Zug“, sagt Banz.

Zeit für die Rettung des Oberwaldbads sei noch zur Genüge vorhanden. Ein mögliches Konzept hat der PSK auch schon parat. Wenn die Stadt die Verantwortung und die Instandhaltung des Bads übernehme, steht der Verein weiterhin für die Organisation des Badbetriebs bereit.

Solchen Plänen erteilt Oliver Sternagel allerdings eine klare Absage. „Für uns ist der Betrieb des Oberwaldbads weder finanziell noch personell zu stemmen“, sagt der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Karlsruhe. Wegen der angespannten Haushaltslage sei die Übernahme eines privaten Bads nicht darstellbar, außerdem könne mit den derzeitigen Kapazitäten kein weiteres Bad bewirtschaftet werden.

Unbedingt benötigt wird das Oberwaldbad laut Sternagel ebenfalls nicht. „Wir haben in Karlsruhe genügend Wasserflächen für das Schul- und Vereinsschwimmen“, betont der Bäderchef. Dringender benötigt als Beckenzeiten würde derzeit qualifiziertes Personal für die Leitung der Schwimmkurse.


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